Friedensfreunde?

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Am heutigen Samstag, den 5.6.2010, fand am Rathausplatz in Augsburg eine Protestkundgebung

„gegen das Massaker an den Menschen an Bord des türkischen Schiffs der Hilfsflotille nach Gaza, gegen die Kaperung der Schiffe, Verschleppung der Besatzung und Passagiere und gegen das Aushungern der Bevölkerung des Gazastreifens statt“, wie es im Aufruf heißt.

Um die 350 Demonstranten, mehrheitlich mit türkischem Hintergrund, hatten sich auf dem Rathausplatz eingefunden, um eine Veranstaltung zu begehen, die bezeichnenderweise mit der Skandierung von „Tod Israel“ und „Nieder mit Israel“ auf türkisch beendet wurde. In trauter Einheit demonstrierten Mitglieder der nationalistisch-säkularen Grauen Wölfe, der islamistischen Milli Görüs, von Attac und der Partei Die Linke, der Augsburger Friedensinitiative und dem Forum solidarisches und friedliches Augsburg; Gruppierungen, die nur auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind, wenn es gegen Israel geht.

Schon der oben zitierte Aufruf hat mit der Realität nichts gemein: Dass es sich bei dem Einsatz des Israelischen Militärs um ein Massaker, also einen systematischen Massenmord handelt, ist antiisraelische Propaganda der übelsten Sorte. Weiter heißt es im Aufruf, dass Israel die Bevölkerung von Gaza aushungert. Das ist wiederum unsinnig, weil die Bevölkerung von Gaza, im Gegensatz zu der in den Slums der arabischen Metropolen, keinen Hunger leidet. Im Gegenteil: Die U.N. kam 2009 zu folgendem Ergebnis: “The new data related to 2009 indicate no significant trend in acute malnutrition in this age group: only 1.2% of children aged 9-12 months who attended MoH PHC facilities in February were found to be underweight. This prevalence was slightly lower than the prevalence found in 2006 (2.3%) and in 2007 (2.2%) in the same age group.” Wenig überraschend ist also nicht Untergewicht, sondern Übergewicht das Problem der jugendlichen Palästinenser in Gaza: „However, high prevalence of overweight children was found. In children 10-16 years overweight prevalence is 15.9%. This prevalence is higher in North Gaza District (20.4%) and lower in Rafah District (13.4%). The prevalence of overweight among females is five times that of males: 24.6% compared to 5.4%.”

Es ließen sich nun noch weitere Studien, Berichte von Journalisten wie Ulrich W. Sahm und diverse andere Quellen zitieren, um darzustellen, dass die Argumente der Demonstranten und die Beweggründe der „Hilfsflotte“ gegenstandslos sind, dass es in Gaza kein Hungerproblem gibt. Aber das ist überflüssig. Die Demonstranten könnten wissen was jeder wissen kann, wenn er denn möchte. Die Demonstrationen, die nun wieder weltweit stattfinden, sind keine Demonstrationen gegen Krieg. Auch nicht für Menschenrechte oder gegen die Abschaffung von Hunger. Nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse, die dazu führen, dass zehntausende Afrikaner jeden Tag verhungern, nicht die Thailändische Regierung und deren Vorgehen gegen die Rothemden ist Gegenstand der Kritik.

Dass am 28. Mai 2010 Taliban in Lahore (Pakistan) ein Massaker an betenden Muslimen in einer Moschee verübt haben, hatte weder eine Sondersitzung der U.N., noch eine Verurteilung durch die E.U. und schon gar keine Demonstration zur Folge. Mit der gleichen Vehemenz mit der die Demonstranten aus der Stürmung der Mavi Maramara ein Massaker machen wollen, interessieren sie sich nicht für wirkliche Massaker. Und das ist konsequent, weil es den Demonstranten nicht um die Opfer geht, sondern um die Täter: Um die blutrünstigen Israelis. Sowohl die Aktivisten der Hilfsflotte, als auch die Demonstranten, die sich mit diesen solidarisieren, haben das eine Ziel: Die Delegitimation Israels durch dessen Dämonisierung.

Kein Friede mit den Feinden Israels! Solidarität mit Israel!

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Eine Antwort to “Friedensfreunde?”

  1. Ernst Thälmann Says:

    Ein Text zum Antizionismus der Gruppe „Kommunikation und Kaffee“:

    http://postneokonservativ.blogsport.de/

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